E-Mail 0.5: Modem-Server
Noch stärker als bei Webseiten orientiert sich die Basis aller E-Mail an reinen Textdateien. Wie sie noch sehen werden, ist letzten Endes jedes Element einer E-Mail eine reine Text-Informationen.
Die Ursprünge hierfür liegen auch wieder in der Geschichte des Internets verwurzelt. Vor der Zeit der Daten-Standleitungen übernahmen Telefonnetze den Transfer aller Nachrichten. Diese digitalen Gespräche über die Telefonleitung mussten von den Betreibern der Server wie Telefongespräche gezahlt werden. Entsprechend wichtig war es, die Verbindung nur zeitweise und möglichst kurzfristig zu nutzen. Textdateien waren hierfür wieder das Dateiformat, dass am platzsparendsten und schnellsten verarbeitet und weitergegeben wurde.
Der Weg der ersten E-Mails in Deutschland
Anwender zu Hause nutzten Modems, um ihren Computer mit der Telefonleitung zu verbinden. Die digitalen Signal des Computer wurden wie beim Fax in Töne umgewandelt und so übertragen. Auf der Gegenseite antwortete ebenfalls ein Modem, wandelte die Töne zurück in Computerdaten und gab sie an den Server weiter.
Für die E-Mail bedeutete dies, dass die vom Nutzer erstellte Textdatei erst auf den Mail-Server kopiert werden konnte, nachdem diese Telefonverbindung aufgebaut war. Danach wurden alle Nachrichten als Textdateien auf den entfernten Computer kopiert.
Anhand der angegebenen Adresse konnte dieser Computer erkennen, welche Nutzer am gleichen Server ihre E-Mails verwalten. Diese Textdateien wurden in die Ordner dieser Nutzer kopiert und warteten dort darauf abgeholt zu werden. Die übrigen Dateien wurden gesammelt bis sich der Server selbst über eine Telefonleitung mit einem anderen Mailserver verband. Diesem wurden alle noch nicht zugestellte Texte übergeben. So konnte nun auch der nächste Server die Post für seine Nutzer herausfiltern und den Rest zu Weiterleitung vorsehen.
Die Übertragung der E-Mails konnte so mehrere Tage dauern, da das Warten auf die nächste Verbindung über die Telefonleitung Zeit beanspruchte. Mit Standleitungen, wurden diese Wartezeiten in den folgenden Jahren eingespart. Doch der grundlegende Aufbau des E-Mail-Transfers hat sich seither nicht geändert.