Caching
Ein Cache ist ein Zwischenspeicher, der in der Lage ist, Ihre Webseiten zu verwalten – ohne dass Sie dies als Anbieter merken. Für Netzwerktechniker sind solche Zwischenspeicher eine gute Möglichkeit, Serverlast zu reduzieren und Netzwerk-Verkehr einzusparen. Für Nutzer bedeuten Caches zumeist einen schnelleren Seitenaufbau und damit ein scheinbar schnelleres World Wide Web. Für Sie als Anbieter von Inhalten birgt diese Technik jedoch die Gefahr, dass ein Nutzer nicht immer die aktuellste Version Ihrer Webseite zu sehen bekommt – ohne dass Sie oder er es merken würde.
Browser-Cache
Der Browser-Cache ist bei vielen Nutzern aktiv, da er gerade beim Internet-Explorer in der Grundeinstellung aktiv ist. Der Browser speichert dabei Dateien, zum Beispiel Bilder, die er einmal angezeigt hat, auf der Festplatte des Compuers des Nutzers. Ruf der Browser dann das gleiche Bild noch einmal auf, wird dieses Bild nicht mehr vom Webserver angefordert, sondern aus diesem Zwischenspeicher geladen. Der Aufbau der Seite wird dadurch schneller, da die Übertragungszeit abnimmt. Doch der Anwender läuft Gefahr, nicht immer den aktuellen Inhalt zu sehen. Der gleiche Effekte ist auch bei HTML-Seiten, CSS- oder JavaScript-Dateien zu beobachten. Wenn Sie selbst eine Webseite pflegen, sollte die den Browser-Cache ausschalten, um auch immer sofort die Ergebnisse Ihrer Änderungen auf dem Webserver sehen zu können. Wenn Sie sich noch mit einem Modem oder per ISDN ins Internet einwählen, sollten Sie beobachten, ob Ihnen der Cache beim Surfen Vorteile bringt. Bei einer DSL-Leistung ist kaum noch ein Unterschied zu merken.
Netzwerk-Cache
Nicht nur der lokale Browser kann Inhalte aus dem World Wide Web zwischenspeichern. Auch zahlreiche Dienstleister, die Ihre Daten innerhalb des World Wide Webs weiterreichen, nutzen Zwischenspeicher. Da diese Dienstleister für das Datenvolumen Transfer-Kosten zahlen müssen, versuchen auch sie, mit geringerem Übertragungsvolumen Kosten zu sparen.
Als Anwender können Sie auf solche Zwischenspeicher keinen direkten Einfluss nehmen. Sie können höchstens noch bei Ihrem Provider anfragen, ob dort eine solche Technik zu Einsatz kommt. Einwahlprovider verzichten aber immer häufiger darauf.
Anders sieht es in vielen großen Firmen aus. Dort gibt es häufig Proxy-Cache-System. Sie speichern Webinhalte zwischen und übernehmen oft auch eine Kontrolle darüber, welche Inhalte von Mitarbeitern abgerufen werden dürfen. Sollten Sie als Mitarbeiter einer solchen Firma den Internet-Auftritt verwalten oder immer auf die aktuellsten Inhalte angewiesen sein, sollten Sie mit Ihrer IT-Abteilung über die Möglichkeiten sprechen.
Wenn Sie selbst Webseiten erstellen, bietet sich Ihnen eine weitere Möglichkeit, das Verhalten dieses Caches zu beeinflussen. Sie können über Meta-Angaben im HTML-Code den Cache-Servern die Anweisung geben, zumindest die HTML-Seite nicht zu speichern. Ob jedoch jeder Cache diese Anweisung auch beachtet, kan nicht garantiert werden.
Server-Cache
Neben den genannten Caches, die vor allem Datentransfers einsparen sollen, nutzen Server-Caches diese Technik, um die Prozessor-Last zu reduzieren. Wie im Kapitel über dynamische Webseiten beschrieben, werden solche Seiten erst im Moment der Anfrage erstellt. Je nach Inhalt der Seite dauert dies einige Millisekunden und belastet den Prozessor des Servers. Bei vielen Zugriffen zu gleichen Zeit, führt dies zu längeren Wartezeiten, da auch der Rechenkern eines Server bald seine Grenzen erreicht.
Um dies zu umgehen, können Cache-System auf diesem Server einmal gebaute Seiten für eine festgelegte Zeit zwischenspeichern. Der Anbieter der Inhalte wägt hier ab, ob die schnelle Auslieferung oder die Aktualität seiner Inhalte im Vordergrund steht.